Wachmacher

Bettzeit__05Am Anfang war die Sonne, dann kam der Hahn, heute ist es das Handy. Was uns wacht macht, ist in der Regel ungeliebt. So entreißt es uns doch der süßen Traumwelt und erinnert uns an unsere Verpflichtungen in der nüchternen Realität. Was aber, wenn die Müdigkeit zwischendurch kommt?

Als Wachmacher für zwischendurch kennen wir diverse Mittel und Wege. Der Weg einmal ums Bürogebäude inklusive frischer Luft und Licht ist dabei meist nicht so beliebt, wie diverse Drogen. Statt dem Bedürfnis nach Regeneration Rechnung zu tragen, kurz die Akkus wieder aufzuladen und dann gestärkt weiter zu arbeiten, überlisten wir lieber die Warnsysteme des Körpers. Die rote Warnlampe im Auto wird einfach aus der Fassung gedreht. Statt das Problem zu lösen, kurieren wir am Symptom herum.

Als beliebteste Mittel kennen wir den klassischen Start in den Tag: Kippe und Kaffee.

Nikotin findet seinen Weg nach nur 6 – 10 Sekunden ins Gehirn. Es kommt zur massiven Ausschüttung von Neurotransmittern wie Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, Noradrenalin. Diese wirken als Stimulatoren und sind generelle Verstärker der Gehirnaktivität. Das Gehirn läuft auf Hochtouren und hört dabei nicht, dass der Körper nach Ruhe schreit.

Im Kaffee wirkt Koffein nach ca. 15 – 20 Minuten. Am Hypothalamus blockiert es die Adenosin-Rezeptoren, die Müdigkeit hervorrufen. Zusätzlich erfolgt eine Aktivierung der Prozesse im Hypothalamus, die das Adenosin normalerweise bremst – die Warnlampe ist rausgedreht bzw. das Kabel, was zur Warnlampe führt, ist zusätzlich noch zerschnitten.

Weitere Wachmacher sind zum Beispiel Traubenzucker und andere Süßigkeiten. Ein kurzer Energieschub in Form eines erhöhten Blutzuckerspiegels wird dann innerhalb von Minuten mit der Insulinantwort des Körpers geregelt – man fällt in ein Leistungsloch, aus dem der Weg nur über noch mehr Kekse & Co. herausführt.

Die letzte Stufe im Kampf um Wachheit und Leistung sind die immer beliebter werdenden Medikamente, Drogen und Psychopharmaka. Brutal und rücksichtslos greifen sie in die ausgeklügelten und über Hunderttausende von Jahren optimierten filigranen Regelkreise im Körper ein. Dabei wäre die Lösung so einfach – auf den Körper hören und ihm das geben, was er bei Müdigkeit braucht: Schlaf.