Jetlag
Ein Meeting in New York heute, morgen in Paris und dazu noch eine Telefonkonferenz mit China. Jetlag ist ein Phänomen der globalisierten Business-Welt, die innere Uhr kommt hier schnell aus dem Takt. Auch Menschen, die nicht so viel reisen, merken zweimal im Jahr einen Mini-Jetlag: wenn die Uhr von Sommer- auf Winter- und Winter- auf Sommerzeit gestellt wird. Ein Patentrezept gegen Jetlag gibt es nicht. Eine Faustregel ist, dass der Körper pro Stunde Zeitverschiebung ungefähr einen Tag braucht, um sich umzustellen. Laut Studien variiert aber schon die Anpassungszeit zwischen Frankfurt und New York zwischen zwei und 17 Tagen.
Wenn man nur kurz verreist, sollte man sich überlegen, ob man sich überhaupt dem Rhythmus vor Ort anpasst. Eine Sonnenbrille schützt die innere Uhr vor dem zeitanpassenden Licht, für den eigenen Rhythmus passend gelegte Geschäftstermine lassen den eigenen Tagesablauf weiter bestehen.
Die Symptome für Jetlag machen sich bei zwei Drittel aller Reisenden in Form von Benommenheit, Magenverstimmungen, Müdigkeit tagsüber, Schlafproblemen in der Nacht (wenn es Richtung Osten ging) oder ein zu frühes Aufwachen (wenn es Richtung Westen ging) bemerkbar. Hinzu kommen Gedächtnisaussetzer, Konzentrationsstörungen sowie Appetitverlust als Teil einer großen Bandbreite von Auswirkungen. Der Flug von Westen nach Osten wirkt sich in der Anpassung gewöhnlich gravierender aus.
Als ein Mittel gegen Jetlag wird besonders in den USA das Hormon Melatonin verkauft. Dass körpereigenes Melatonin unser Schlafhormon ist, stimmt, was jedoch die künstliche Einnahme und damit der Eingriff in komplizierte Regelkreise ausmacht, ist bisher nicht erforscht und auch nicht ratsam.
