Geschichte des Schlafes

Bettzeit__03In der Geschichte des Schlafes ist die Elektrifizierung einhergehend mit der Industrialisierung ein Wendepunkt. Es wurde nicht mehr tagsüber geschlafen, der Lebensrhythmus wurde von den Maschinen bestimmt. Unsere heutige Monophasenschlafkultur liegt hier maßgeblich begründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es Frederick Taylor, der die genaue Organisation von Arbeit berechnete und entsprechende Zeitpläne verfasste. Der Faktor Schlaf wurde einzig für die Nachtstunden angenommen. Arbeit wurde auf einmal nach Zeit bezahlt und war ab sofort monochron, sprich: Wer arbeitete, tat nichts anderes nebenbei.

Einen weiteren prägenden Einfluss erhielt der Schlaf durch das Christentum. Zu langes Schlafen wurde mit Trägheit verglichen – einer der sieben Todsünden. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ und „wer arbeitet sündigt nicht“. Zwei treffende Aussagen für die christliche Geisteshaltung. Im fernen Osten ist der Umgang mit Schlaf vonseiten der Religion anders, das Image ist ein durchweg positives.

Zusammenfassend ist zu bemerken: Trägheit, Faulheit und Tagesschlaf wurden spätestens ab dem Zeitpunkt der Industrialisierung als Feind der christlichen Religion und des Kapitalismus gesehen.