Erfolgsfaktor Schlaf

Bettzeit__09Wie viel man schläft, hängt noch zu oft von unseren Terminen und Verpflichtungen ab, statt von unserem wahren Bedürfnis nach Schlaf. Dazu kommen sehr effektive Wachmacher, die Volksdroge Kaffee eingeschlossen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das Gehirn Zustände nur relativ (heute bin ich wacher als gestern) und nicht absolut (mein Schlafbedürfnis liegt heute bei – 3,2 Stunden) wahrnimmt, so wird schnell deutlich, dass der wichtigste Erfolgsfaktor des Menschen viel zu oft stark vernachlässigt wird. „Ich habe keine Zeit, ich schaffe es einfach nicht, mehr zu schlafen“, ist schnell gesagt und auch vielfach in die Tat umgesetzt. Dabei gibt es in unserer Biologie angepasste Möglichkeiten, uns den Schlaf zu besorgen, den wir brauchen.

Eine Möglichkeit ist die Aufteilung des täglichen Schlafbedürfnisses in eine Hauptschlafphase von mindestens 4,5 oder besser 6 Stunden, um bei einem Schlafzyklus von 1,5 Stunden in einer oberflächlichen Schlafphase aufzuwachen. Ist man körperlich gesund, so tritt der Tiefschlaf konzentriert in der ersten Schlafhälfte auf, die körperliche und geistige Erholung ist gesichert. Zusätzlich können über den Tag mehrere Schlafphasen integriert werden, nach Bedarf und Möglichkeit.

Wichtig hierbei ist zum einen die Erkenntnis, dass man eine nachmittags auftretende Müdigkeit idealerweise mit einem Schläfchen statt eines starken Espresso oder noch schlimmer mit Traubenzucker bekämpft. Wenn der Akku vom Handy beinahe leer ist, laden Sie es doch auch eher, statt noch effektivere Wege zu finden, das Letzte bisschen Energie aus ihm herauszutelefonieren. Zum anderen muss man einen Erlaubnisrahmen schaffen, der das Schlafen während des Tages ermöglicht. Hier hat man es anfangs sicherlich mit allerhand Vorurteilen zu tun. Das kulturell geprägte Bild des Faulenzers sollten Sie jedoch schnell mit dem Bild des Akkuladegerätes vergleichen. Wirklich produktiv und effizient können Sie nur sein, wenn die Batterien vollgeladen sind – fragen Sie die vorurteilsbehafteten Kollegen mal nach ihrem „Ladestand“.